
Demokratische Republik Kongo: Perspektiven für Kriegskinder
Das Wichtigste in Kürze
- Die Demokratische Republik Kongo (kurz: DR Kongo) wird seit Jahren von bewaffneten Konflikten bedroht. Millionen Menschen sind auf der Flucht – viele Kinder hungern und können nicht zur Schule gehen.
- Bewaffnete Gruppen im Land rekrutieren Kinder als Soldat*innen und zwingen sie, zu kämpfen, zu stehlen oder zu anderer Kinderarbeit.
- Die Angst und Gewalt lassen viele Kinder nicht los. UNICEF hilft den Kindern in der Demokratischen Republik Kongo, das Erlebte zu verarbeiten und in ein normales Leben zurückzufinden.
Aktuelle Situation der Kindersoldat*innen in der DR Kongo
Charles (Name geändert, oben im Bild) war 15, als eine bewaffnete Gruppe ihn verschleppte und in ihrem Lager zur Arbeit zwang. „Als ich in mein Dorf zurückkam, hatten meine Freunde Angst vor mir. Ich hatte mich verändert.“ erinnert er sich.
Wie Charles werden Tausende Kinder in der DR Kongo aus ihren Dörfern entführt und in den Camps der bewaffneten Gruppen zur Arbeit gezwungen. Viele werden als Kindersoldat*innen rekrutiert und müssen kämpfen oder stehlen. Mädchen werden oft brutal vergewaltigt und erleiden schwerste körperliche und seelische Verletzungen.
Zahlreiche Menschen fliehen innerhalb des Landes vor der Gewalt. Auf der Flucht fehlt es ihnen an fast allem: Mehrere Millionen Kinder sind mangelernährt, es fehlt an sauberem Wasser und medizinischer Versorgung, sodass immer wieder lebensbedrohliche Krankheiten wie Malaria, Cholera, Masern, Ebola oder Mpox ausbrechen. Auch die Bildung der Kinder leidet: Mehr als 1.500 Schulen im Osten des Landes sind zerstört oder geschlossen – rund 500.000 Kindern bleibt die Schulbildung verwehrt (Stand: 2024).
UNICEF ist vor Ort, um den Kriegskindern in der DR Kongo Schutz zu bieten. Wir unterstützen die Befreiung von Kindersoldat*innen, den Wiederaufbau von Schulen und die medizinische und psychologische Versorgung der traumatisierten Kinder.

Bild 1 von 3 | Die 15-jährige Jaelle (Name geändert) lebt in einer Pflegefamilie und bekommt psychologische Hilfe, seit sie mit zwölf Jahren gewaltsam von ihrer Familie getrennt wurde. „Anfangs hat Jaelle kaum gesprochen und wurde sehr schnell wütend“, sagt ihre Pflegemutter über die erste Zeit. „Jetzt läuft es zuhause und in der Schule immer besser.“
© UNICEF/UNI916206/Mirindi Johnson
Bild 2 von 3 | Die sechsjährige Grace (Name geändert) aus der Provinz Ituri konnte weder sprechen noch laufen, seit sie mit vier Jahren sexuell missbraucht wurde. Langsam lernt das Mädchen ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten, sodass sie hoffentlich bald mit der Schule beginnen kann.
© UNICEF/UNI916129/Mirindi Johnson
Bild 3 von 3 | Die zweijährige Nehema wird im Umoja Gesundheitszentrum in Nord-Kivu auf Mangelernährung untersucht. Viele Familien haben kaum Möglichkeiten, ihre Kinder ausreichend zu ernähren, etwa weil sie vor den bewaffneten Gruppen auf der Flucht sind.
© UNICEF/UNI878426/Benekire
So unterstützen Sie mit Ihrer Spende Kinder in der DR Kongo
So helfen wir Kindersoldat*innen und missbrauchten Kindern in der DR Kongo
4,75 Millionen Kinder unter fünf Jahren in der DR Kongo sind akut mangelernährt (Stand: 2026). Kinder sterben auch durch Gewalt und vermeidbare Infektionskrankheiten. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit kaum über diesen grausamen Konflikt berichtet.
Umso wichtiger ist es für UNICEF, für die Kinder dieser vergessenen Krise vor Ort zu sein – zuverlässig und dauerhaft. Die UNICEF-Teams sind seit Jahren in der Demokratischen Republik Kongo aktiv, um den Kriegskindern Schutz, Nahrung und medizinische Versorgung zu bieten und sie dabei zu unterstützen, in ein normales Leben zurückzukehren. An vielen Orten der Demokratischen Republik Kongo treten die Helfer*innen von UNICEF den Folgen des Krieges entgegen und tun alles, um die Not der Familien zu lindern.
Die Kinder in der DR Kongo sind nicht die einzigen, deren Leben durch Verschleppung und Kinderarbeit in Gefahr ist: Auch in anderen Ländern Afrikas werden Kinder als Soldat*innen missbraucht.
Rückkehr für ehemalige Kindersoldat*innen: Durch Verhandlungen tragen wir gemeinsam mit Partnern dazu bei, dass Kinder und Jugendliche aus den Händen von bewaffneten Gruppen befreit werden können, um sich ein neues Leben aufzubauen. Mitarbeiter*innen lokaler Organisationen finden heraus, ob die befreiten Kindersoldat*innen zurück nach Hause können oder ob eine Pflegefamilie gebraucht wird. Sie organisieren erste Treffen und begleiten die Rückkehr der Kinder.
Hilfe für Kinder auf der Flucht: Wir helfen geflüchteten Kindern in der Demokratischen Republik Kongo, die teilweise ganz auf sich allein gestellt sind. Gemeinsam mit lokalen Organisationen vor Ort unterstützen wir bei der Familienzusammenführung oder bei der Suche einer Pflegefamilie. Wir sorgen auch für psychosoziale Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten, und für medizinische Versorgung. Für die Kinder bedeutet dies einen großen Schritt hin zu einem "normalen" Kinderalltag.
Zuflucht und medizinische Hilfe für vergewaltigte Mädchen: UNICEF schult Ärzt*innen und Pfleger*innen und versorgt vergewaltigte Mädchen mit Medikamenten, die sie etwa vor einer HIV-Infektion schützen. Von Vergewaltigen Betroffene erhalten die nötigen Operationen und psychologische Unterstützung. UNICEF unterstützt sie außerdem dabei, einen Beruf zu lernen. Unsere Teams erreichen selbst Kinder in entlegenen Regionen, damit sie Hilfe erhalten.

Bild 1 von 4 | Viele Kinder in der Demokratischen Republik Kongo haben lange Zeit Flucht, Angst und Gewalt erlebt. UNICEF unterstützt Einrichtungen wie das Zentrum in Sasha in Nord-Kivu, die den Kindern Stabilität und Sicherheit bieten und in denen sie spielen und einen normalen Kinderalltag leben können.
© UNICEF/UNI870914/Benekire
Bild 2 von 4 | Die Schüler der Wamunda-Grundschule freuen sich, dass sie regelmäßig lernen können. UNICEF unterstützt die Schule in der Provinz Tanganyika.
© UNICEF/UN0860273/Vake
Bild 3 von 4 | Infektionskrankheiten wie Cholera können für Kinder schnell lebensbedrohlich werden. UNICEF unterstützt Einrichtungen wie das Minova General Hospital in Süd-Kivu, in dem zum Beispiel diese Mutter und ihr Kind behandelt werden.
© UNICEF/UNI870838/Benekire
Bild 4 von 4 | Viele Kinder, die vor den Konflikten flüchten oder selbst kämpfen mussten, konnten lange nicht zur Schule gehen. Sie sehnen sich nach einem normalen Alltag und einer Ausbildung, die ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht.
© UNICEF/UNI870958/Benekire
Nicht nur die andauernden Kämpfe und die Verschleppung durch bewaffnete Milizen bedrohen das Leben der Kinder im Kongo: Ausgelöst durch den Bürgerkrieg und verstärkt durch die Armut im Land, leiden mehrere Millionen Kinder im Land unter Hunger (Stand: 2025). Erfahren Sie mehr zur Hungerkrise in der demokratischen Republik Kongo.
Als Jugendliche wurde die 25-jährige Mavala (Name geändert) von einer bewaffneten Gruppe im Osten der Demokratischen Republik Kongo verschleppt. Heute kann sie endlich wieder ein normales Leben führen.
Häufige Fragen und Antworten zur Situation der Kinder in der DR Kongo
Die bewaffneten Konflikte in der heutigen Demokratischen Republik Kongo (DRK) gehen bis in die 1960er-Jahre zurück, als der ehemalige Kolonialstaat unabhängig von Belgien wurde. Seitdem gab es immer wieder Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen. Bewaffnete Gruppen aus den Nachbarländern Ruanda und Uganda kämpfen in den Grenzgebieten um Einfluss, und der instabile Staat hat weder die Autorität noch die Mittel, um einzuschreiten. Besonders stark umkämpft ist der Osten des Landes, der reich an Rohstoffen wie Kobalt, Gold und Coltan ist.
Mädchen in der Demokratischen Republik Kongo werden verschleppt und gezwungen, als Kindersoldatinnen zu kämpfen oder andere Arbeit für die bewaffneten Gruppen zu erledigen. Viele erleben schwere sexualisierte Gewalt. Einige dieser Mädchen werden schwanger oder tragen durch die Vergewaltigungen schwere Verletzungen davon. Mädchen werden besonders häufig von ihren Familien verstoßen, wenn sie ungewollt schwanger geworden sind und mit einem Kind zurückkehren.
Einige Kinder schließen sich den bewaffneten Gruppen freiwillig an, um Hunger und Armut in ihrem Zuhause zu entgehen. In den meisten Fällen werden die Kinder aber verschleppt und gezwungen, als Kindersoldat*innen zu kämpfen oder andere gefährliche Aufgaben zu erledigen – etwa als Späher*innen, als Lastenträger*innen oder als Minensucher*innen. Der Einsatz von Kindersoldat*innen gilt als die schwerste Form von Kinderarbeit – und bei Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen.
Oft sind die Kinder von der erlebten Gewalt schwer traumatisiert. Viele haben den Kontakt zu ihren Familien verloren und sind jahrelang nicht mehr zur Schule gegangen. Einige sind schwer verletzt durch Schüsse, Schläge oder Vergewaltigungen. Fast alle Kinder benötigen psychologische und medizinische Hilfe, um zurück in ein normales Leben zu finden.
Ja, der Einsatz von Kindern bei bewaffneten Gruppen zählt zu den schwersten Formen der Kinderarbeit. Nicht alle Kinder, die als Kindersoldat*innen rekrutiert werden, kämpfen mit Waffen. Viele werden auch als Späher*innen oder Minensucher*innen eingesetzt, müssen Lasten tragen oder in den Camps der Gruppen Hausarbeiten verrichten. Kinderarbeit ist eine schwere Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention.
UNICEF ist seit vielen Jahren in der Demokratischen Republik Kongo vor Ort, um Kindern zu helfen, die als Soldat*innen missbraucht wurden. Viele benötigen zunächst medizinische Versorgung oder eine Pflegefamilie, in der sie unterkommen können, bis sie ihre eigenen Familien wiedergefunden haben. Zusammen mit anderen Hilfsorganisationen bietet UNICEF den ehemalige Kindersoldat*innen auch psychologische Hilfe, um ihre Traumata zu verarbeiten. Auch ältere Kinder können in die Schule zurückkehren, um ihre Ausbildung abzuschließen und ein neues Leben zu beginnen. Auch mit Spezialnahrung, sauberem Wasser, Impfungen und Medikamenten unterstützen wir Kinder und ihre Familien in der DR Kongo.
Warum UNICEF?
Sie fragen sich, warum Sie für UNICEF spenden sollten? Ganz einfach:
Ihre Spende verändert Kinderleben. Unsere Teams helfen den Kindern vor Ort. Und Sie von zuhause aus.
- Sie spenden – und wir impfen Aichata in Mali als Baby gegen Malaria, damit sie besser vor der tödlichen Krankheit geschützt ist.
- Sie spenden – und wir geben dem 18-monatigen Nasratullah in Afghanistan therapeutische Nahrung, damit er wieder Energie hat zum Spielen.
- Sie spenden – und wir bohren in Tansania ein Wasserloch im Dorf von Tausi, damit die Elfjährige nicht mehr stundenlang unterwegs ist zum Wasserholen und wieder zur Schule gehen kann.
UNICEF wurde 1946 als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Seitdem setzen wir uns in über 190 Ländern für die Kinderrechte und für Kinder in Not ein. Jedes Kind ist uns gleich wichtig – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Besonders kümmern wir uns um die ärmsten und am meisten benachteiligten Kinder: Kinder in Krisenregionen, entlegenen Dörfern oder auf der Flucht.
Wir arbeiten mit Regierungen und lokalen Organisationen zusammen, um gemeinsam das Beste für die Kinder zu erreichen und ihnen direkt während einer Krise, aber auch langfristig zu helfen. Unsere Partner vertrauen uns, weil wir seit Jahrzehnten weltweit als Hilfsorganisation für Kinder anerkannt sind.
Wir sind Profis in Sachen Logistik und geübt darin, Kindern bei Krisen und Katastrophen schnell zu helfen. Das ist wichtig, denn für Kinder in Not zählt jede Minute. Innerhalb von 72 Stunden bringen wir unsere Hilfsgüter in jeden Winkel der Erde.
Wie wir das machen? Wir haben ein riesiges Warenlager in Kopenhagen – das größte humanitäre Lager weltweit. Hier verpacken wir unsere Hilfsgüter und verschicken sie dorthin, wo Kinder sie bereits dringend erwarten. Dazu kommen fünf weitere große UNICEF-Warenlager sowie hunderte kleinere Regionallager auf den verschiedenen Kontinenten. Weit über Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Beschaffung und Lieferung von UNICEF-Hilfsgütern, um Kinder und Familien für eine gesündere, sicherere und hoffnungsvollere Zukunft zu rüsten: Von Spezialnahrung und Impfstoffen bis hin zu Erste-Hilfe-Sets und Schulrucksäcken – die UNICEF-Logistik-Experten sorgen dafür, dass die wertvolle Fracht heil am richtigen Ort ankommt, egal ob per Flugzeug, Lastwagen, Schiff oder manchmal auch per Motorrad oder Lastesel.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht erfahren Sie, wie viel Geld UNICEF Deutschland eingenommen hat, in welche Länder wir die Spendengelder überwiesen haben und wie sie den Kindern vor Ort in dem Jahr konkret geholfen haben. Sie können sich im Geschäftsbericht auch darüber informieren, wie hoch die interne Kostenquote bei UNICEF Deutschland ist und wie viel wir zum Beispiel für Personal und Spendenwerbung ausgeben.
Das DZI-Spendensiegel bestätigt seit Jahren unsere verantwortungsvolle Verwaltung der Spendengelder. UNICEF Deutschland lässt sich regelmäßig prüfen, um höchste Transparenz und Seriosität zu gewährleisten. Mit dem DZI-Spendensiegel gehören wir seit vielen Jahren zu den besonders vertrauenswürdigen Spendenorganisationen.
Allein kann man wenig bewirken, gemeinsam aber viel. Mit Ihrer Spende werden Sie Teil einer großen UNICEF-Gemeinschaft. Über 300.000 Menschen in Deutschland unterstützen unsere Programme mit einer Dauerspende – zum Beispiel für Ernährung, Gesundheit, Bildung und Kinderschutz.
Dazu kommen Hunderttausende Einzelspenderinnen und -spender, Tausende Ehrenamtliche, zahlreiche Unternehmen sowie viele Prominente, die sich für UNICEF engagieren. Gemeinsam können wir die Welt für Kinder verändern.

Helfen Sie mit Ihrer Spende, damit Kinder wie die 6-jährige Faustin in der Demokratischen Republik Kongo in Sicherheit leben und zur Schule gehen können.
© UNICEF/UNI877540/Ushindi