© UNICEF/UNI922549/BeguelKlimawandel für Kinder erklärt: Ein Kind pflanzt Setzlinge ein.
Gut zu wissen

Klimawandel für Kinder erklärt: Tipps & einfache Antworten

Im ersten Teil dieses Artikels finden Eltern Tipps, wie sie ihren Kindern den Klimawandel erklären können. Der zweite Teil dagegen richtet sich direkt an die Kinder. Kindgerecht erklärt erfahren sie viel Wissenswertes über den Treibhauseffekt und die Erderwärmung und lernen auch, was pupsende Kühe mit der Klimakrise zu tun haben könnten. 

Warum Kinder Fragen zum Klimawandel stellen

Der Klimawandel und vor allem dessen Folgen werden immer spürbarer – und geraten damit immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft. Ob jung oder alt: Wir alle wollen mehr darüber erfahren, weshalb es in vielen Teilen der Welt immer trockener wird, wieso es immer mehr Überschwemmungen gibt und wieso es so schwere Wirbelstürme gibt, dass Familien ihr Zuhause verlieren. Auch in Deutschland spüren wir, dass die Erde zu schnell zu warm wird. Waldbrände, Überschwemmungen und Hitzeperioden erfahren auch die Menschen hierzulande. Darunter auch Kinder, die sich fragen, was es damit auf sich hat. Es ist wichtig, ihnen zu erklären, wieso sich das Klima verändert und was wir alle dafür tun können, um die schlimmen Auswirkungen ein Stück weit aufzuhalten.

Wie erfahren Kinder vom Klimawandel?

Der Klimawandel ist ein Thema, das uns alle betrifft – auch und ganz besonders Kinder. Du hörst vielleicht in der Schule davon, siehst Bilder in den Nachrichten oder auf Social Media. Vielleicht hast du selbst schon gemerkt, dass die Sommer heißer werden oder von Waldbränden und Überschwemmungen in Deutschland gehört. Solche Nachrichten und eigene Erlebnisse können nachdenklich machen oder auch Sorgen bereiten. Deshalb ist es verständlich und wichtig, dass sich viele junge Menschen fragen: Was bedeutet der Klimawandel für mich und meine Zukunft? Laut dem aktuellen UNICEF-Bericht (dem "Children's Climate Risk Report 2026") sind weltweit fast die Hälfte der Kinder von mindestens drei Folgen des Klimawandels betroffen. Die Klimakrise trifft Kinder besonders hart.

Warum kann das Thema Klimawandel Kindern Angst machen?

Die sichtbaren Folgen des Klimawandels können beängstigend sein. Wenn in den Nachrichten oder sozialen Medien Bilder von überfluteten Straßen gezeigt werden oder die Hitze im Sommer unerträglich wird, macht das vielen Kindern Sorgen. Vielleicht fragst du dich dann: "Geht die Welt unter?“ oder "Kann das auch uns passieren?". Solche Gedanken und Ängste sind absolut verständlich. Umso wichtiger ist es, dass du mit deinen Sorgen nicht allein bleibst. Sprich mit deinen Eltern oder anderen Erwachsenen, denen du vertraust. Für sie ist es wichtig, deine Gefühle ernst zu nehmen und nicht klein zu reden, damit ihr gemeinsam überlegen könnt, was hilft und wie man mit diesen schwierigen Gefühlen umgehen kann.

Wir haben diesen Beitrag in zwei Teile gegliedert: Der erste richtet sich an Eltern und Erwachsene, der zweite an Kinder und Jugendliche. Über das Inhaltsverzeichnis gelangen Leser*innen per Klick direkt zu den Punkten, die sie besonders interessieren.

Klimawandel für Kinder erklärt

Die Klimakrise schreitet mit großen Schritten voran – die Erwärmung der Erde ist spürbar. Es ist dringend an der Zeit, dass die Weltgemeinschaft handelt, um die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen und Kinder überall auf der Welt zu schützen.

Mehr als vier Millionen Kinder leben in Regionen mit sechs sich überschneidenden Klimagefahren. Nahezu jedes Kind der Welt ist mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt.

Jede*r von uns kann einen Beitrag zu mehr Umwelt- und Klimaschutz leisten. Ein erster Schritt ist, Bewusstsein für die Klimakrise zu schaffen – vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen. Denn sie werden am längsten mit den Folgen der Klimakrise leben müssen.

Doch wie können Eltern dieses schwierige und komplexe Thema am besten mit ihren Kindern besprechen? Je sicherer Sie im Umgang mit den Fragen Ihres Kindes in Bezug auf die Klimakrise sind, desto mehr Sicherheit und Handlungsmöglichkeiten können Sie auch Ihrem Kind vermitteln – und gemeinsam umsetzen.

1. Bereiten Sie sich auf das Gespräch über den Klimawandel vor

Der Klimawandel ist ein komplexes Thema: Versuchen Sie sich vor dem Gespräch einen Überblick über die Fakten zu verschaffen. Der Wandel, den die Welt zurzeit durchlebt, ist eine Krise, die vor allem Kinder trifft.

Info
Klimawandel kurz erklärt

Seit der Industrialisierung entstehen immer mehr Treibhausgase, die in die Umwelt ausgestoßen werden. Beim Autofahren, beim Licht anschalten, bei der Herstellung von Gütern. Dadurch wird die Welt immer wärmer (Erderwärmung) – was dramatische Folgen hat: heftige Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und Zyklone.


Es ist dringend an der Zeit, dass wir alle aktiv handeln, um die Welt für unsere Kinder lebenswert zu erhalten. Der Klimawandel verursacht verheerende Folgen. Die Klimakrise ist eine vom Menschen gemachte Krise. Je weiter die Klimakatastrophe voranschreitet, desto größer wird die Gefahr für Kinder. Im Vergleich zu den meisten Erwachsenen sind sie viel anfälliger für Temperaturschwankungen oder Krankheiten und weniger in der Lage, extreme Wetterereignisse zu überleben.

Tipp: Es ist in Ordnung, wenn Sie nicht auf alle Fragen Antworten haben. Sehen Sie das als Gelegenheit, um die Antworten gemeinsam mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern in Videos, Beiträgen oder Büchern herauszufinden. Achten Sie darauf, dass die Inhalte dem Alter Ihres Kindes entsprechend aufbereitet sind.

Klimawandel für Kinder erklärt: Drei Kinder waschen sich im Freien die Hände.

Sauberes Wasser ist überlebenswichtig: Vor einer Kindertagesstätte im indischen Dorf Gollaradoddi erfrischen sich Kinder an der sprudelnden Wasserquelle.

© UNICEF/UN0713476/Muthuramalingam

2. Hören Sie Ihrem Kind zu

Es kann hilfreich sein, wenn Sie vor dem Gespräch mit Ihrem Kind herausfinden, wie viel es bereits über den Klimawandel weiß. Vielleicht sind Sie überrascht, denn ihr Kind weiß mehr, als Sie geahnt hätten. Hören Sie gut zu, um Gefühle wie Angst, Sorge, aber auch Hoffnung herauszuhören und an diesen Punkten anzusetzen. Geben Sie Ihrem Kind die volle Aufmerksamkeit und achten Sie darauf, die Gefühle und Gedanken achtsam wahr- und ernstzunehmen. Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass es jederzeit mit Fragen zum Thema Klimawandel und dessen dramatischen Folgen auf Sie zukommen kann.

4. Gestalten Sie die Erklärung zum Klimawandel altersgerecht

Sie kennen Ihr Kind am besten und können einschätzen, welche Informationen dem Alter und Kenntnisstand angemessen sind. Ein guter Ausgangspunkt kann sein, Wege zu finden, um den Klimawandel mit Ihrem täglichen Leben in Verbindung zu bringen und gemeinsam die grundlegenden Fakten zu erforschen. Hier ein Beispiel:

„Wir Menschen nutzen sogenannte fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl, um Autos zu fahren, Flugzeuge zu fliegen und Häuser zu beleuchten. Jedes Mal, wenn ein Flugzeug und ein Auto starten oder das Licht angeschaltet wird, werden Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. Das kannst du dir so vorstellen: Diese Treibhausgase legen sich wie eine Blase um den Planeten. Dadurch wird das Klima aufgeheizt – es ist, wie wenn du dich unter eine Decke legst. Dir wird warm. So ist es auch bei dem Planeten, der von den Treibhausgasen zugedeckt wird.

Allerdings ist das schlecht für den Planeten. Der braucht keine zu warme Decke, die über ihm liegt. Im Gegenteil! Durch die Wärme kommt es zu Wetterveränderungen wie Überschwemmungen und Stürme. Das ist ein ernstes Problem, aber viele Wissenschaftler*innen und junge Menschen arbeiten hart daran, Lösungen zu finden und positive Veränderungen für die Welt zu bewirken. Und es gibt viele Dinge, die auch wir tun können."

Tipp: Nutzen Sie Bilder, Videos, Karten oder Gegenstände, um Ihre Erklärungen zu visualisieren.

Klimawandel für Kinder erklärt: Ein kleines Mädchen zeigt ihrem Vater einen Vogel im Baum.

Die fast zweijährige Sofia Piñeda Lemus zeigt auf einen Vogel. Gemeinsam mit ihrem Vater Pablo Piñeda ist sie in Guatemalas Natur unterwegs.

© UNICEF/UN0590867/Willocq

4. Gehen Sie mit Ihrem Kind in die Natur

Versuchen Sie, Ihrem Kind so gut wie möglich die Natur zu zeigen und zu erklären. Motivieren Sie es, draußen zu spielen und die Umgebung kennenzulernen – und natürlich: sie zu schützen.

Entdecken Sie gemeinsam interessante Orte, egal ob es ein Baum, eine Wolke oder ein Spinnennetz ist. So wecken Sie Neugierde und Interesse an der Natur bei Ihrem Kind. Pflanzen Sie zum Beispiel gemeinsam Samen ein, um zu sehen, was aus dem „Nichts“ entstehen und wachsen kann.

In der Natur sind die Auswirkungen der Klimakrise längst sichtbar – auch in Deutschland. Beispielsweise sind Bäche und Flüsse ausgetrocknet oder überschwemmt. Deutschland liegt nach dem Klima-Risiko-Index auf Platz 48 von 171 analysierten Ländern (Stand Februar 2025). Beispielsweise bestehen eine erhöhte Luftverschmutzung sowie das Risiko von Überschwemmungen und Hitzewellen.

Weltweit gelten eine Milliarde Kinder durch den Klimawandel als extrem stark gefährdet.

Tipp: Bauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Obst und Gemüse auf dem Balkon oder im Garten an.

5. Fokussieren Sie sich auf Lösungen gegen die Klimakrise

Versuchen Sie Lösungen aufzuzeigen. Sie können beispielsweise Menschen, die sich aktiv für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzen, mit in Ihre Gespräche einbeziehen. Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind Videos oder Beiträge von jungen Klimaschutzaktivist*innen ansehen und besprechen. Sprechen Sie über positive und inspirierende Geschichten, die Sie in den Nachrichten sehen oder in Ihrem Umfeld hören.

Entwickeln Sie gemeinsam Ideen, was Sie als Familie für mehr Klima- und Umweltschutz tun können. Sie können überlegen, wie Sie Wasser sparen, den Müll korrekt trennen und wann Sie Licht nicht unbedingt brauchen und ausschalten können.

Könnten Sie zu Fuß zum Einkaufen gehen oder mit dem Fahrrad zur Schule oder Arbeit fahren, statt das Auto zu nehmen? Könnten Sie einen Baum pflanzen? Oder eigenes Gemüse anbauen? Schauen Sie, welche Maßnahmen Sie realistisch umsetzen können und binden Sie Ihr Kind mit ein. All das trägt dazu bei, Bewusstsein für das Thema zu schaffen und deutlich zu zeigen, dass wirklich jede*r etwas tun kann, um das Klima und die Umwelt zu schützen.

Klimawandel für Kinder erklärt: Eine Frau mit zwei Kindern vor einer Schüssel mit Wasser.

Gemeinsam sind wir stark: Die 28-jährige Xulbaay Samaan Mohamed hält ihre Kinder an den Händen. Die Familie ist von der verheerenden Dürre in Somalia betroffen.

© UNICEF/UN0591425/Taxta

6. Machen Sie sich gemeinsam stark

Auf der ganzen Welt gehen junge Menschen auf die Straße, machen sich in Medien und ihrer Umgebung stark, um auf die Klimakrise und ihre Folgen hinzuweisen – sie nehmen den Klimaschutz selbst in die Hand und wenden sich an die Regierungen. Außerdem teilen sie ihre Ideen und Lösungen in den sozialen Netzwerken und nehmen an Demonstrationen teil.

Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass sich viele junge Menschen für das Klima einsetzen und zeigen Sie ihm damit, dass keine*r alleine ist, sondern viele gemeinsam an einem Ziel arbeiten: den Planeten lebenswert erhalten.

Material für Eltern und Lehrkräfte

Klimaschutz: UNICEF-Hilfsprojekte

Wir von UNICEF sind weltweit für Kinder im Einsatz, die von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. In Bangladesch zum Beispiel kommt es immer wieder zu schweren Überschwemmungen. Die Teams vor Ort verteilen dann wichtige Hilfsgüter wie sauberes Wasser und Medikamente. Außerdem richten die Helfer*innen vor Ort beispielsweise Notschulen ein, damit Kinder weiter lernen können. Auch langfristige und innovative Projekte werden von uns unterstützt: In der Elfenbeinküste werden zum Beispiel Klassenzimmer aus recycelten Plastikziegeln gebaut.

Eine der am stärksten betroffenen Regionen ist die Sahel-Region in Afrika. Dort sind mehr als vier Millionen Kinder gleichzeitig den Gefahren von Hitzewellen, extremer Hitze sowie Sand- und Staubstürmen ausgesetzt. (Stand: 2026) Auch dort sind wir von UNICEF im Einsatz.

In Deutschland erleben 97,5 Prozent der Kinder mindestens eine Klimaauswirkung, 66,5 Prozent mindestens zwei gleichzeitig.

Wir von UNICEF leisten weltweit Aufklärungsarbeit. Mehr dazu erfahrt ihr auf unserem Beitrag zum Klimarisikoatlas (dem "Children's Climate Risk Report 2026").

Klimschutz ist uns wichtig! Mit der Today & Tomorrow Initiative haben wir von UNICEF die erste Absicherung gegen Klimaschäden ins Leben gerufen, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet ist.

Kindgerechte Fragen und Antworten

Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte! In den folgenden Abschnitten erklären wir den Klimawandel für Kinder. Dabei erforschen wir gemeinsam, was der Klimawandel genau ist und wieso es so wichtig ist, dass die Weltgemeinschaft den Planeten besser schützt.

Was ist das Klima?

Bei "Klima" denkst du vielleicht ans Wetter. Das ist total verständlich, denn "Klima" und "Wetter" werden oft in ähnlichen Kontexten genutzt, beschreiben aber nicht dasselbe. Das Wetter ist der Zustand für einen kurzen Moment: Heute kann es bei dir sonnig sein, morgen schon regnen. Das Klima hingegen beschreibt das durchschnittliche Wetter über eine sehr lange Zeit (30 Jahre). Wenn wir vom Klimawandel sprechen, meinen wir, dass sich dieses langfristige Muster ändert. Und diese Veränderung kann bedrohlich werden.

Seit Millionen Jahren gibt es Zeiten, in denen es mal wärmer oder kälter war. Allerdings entstanden diese Veränderungen über einen sehr, sehr langen Zeitraum. Genauer gesagt: über Jahrtausende – also mehrere tausend Jahre. Einem Zeitraum, der lang genug war, dass sich die Umwelt, Menschen und Tiere darauf einstellen und entsprechend anpassen konnten.

Das Problem heute: Das Klima wandelt sich sehr viel schneller, als es der Erde, uns Menschen, den Tieren und Pflanzen gut tut. Statt Jahrtausenden sind es jetzt nur wenige Jahrzehnte, in denen der Klimawandel immer drastischer voranschreitet – und damit zu einer großen Herausforderung geworden ist, die uns alle betrifft. Oft sprechen wir deshalb von der Klimakrise.

Mitte Februar 2025 wurde ein neuer "Klima-Risiko-Index" veröffentlicht. Das ist ein Bericht, der zeigt, wie stark die einzelnen Länder weltweit in den letzten Jahren vom Klimawandel und von extremen Wetterereignissen betroffen sind. Was denkst du? In welchen zehn Ländern waren die Extremwetter-Schäden zwischen 1993 und 2022 am größten? So viel sei verraten: Drei der Länder sind gar nicht so weit von Deutschland entfernt.

  1. Dominica (östliche Karibik)
  2. China (Ostasien)
  3. Honduras (Mittelamerika)
  4. Myanmar (Südostasien)
  5. Italien (Europa)
  6. Indien (Südasien)
  7. Griechenland (Europa)
  8. Spanien (Europa)
  9. Vanuatu (Südpazifik)
  10. Philippinen (Südostasien)

Du hast schon gelesen, dass von "Krise" und "Extremwetter" die Rede ist. Das liegt daran, dass der schnell voranschreitende Klimawandel schwere Schäden auslöst. Darunter Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder lange Trockenheit. Das bringt das Leben von uns Menschen und Tieren in Gefahr.

Was bedeutet das alles genau? In diesem Beitrag erforschen wir gemeinsam Wissenswertes rund um den Klimawandel, den Treibhauseffekt und die globale Erwärmung.

Klimawandel für Kinder erklärt: Mutter mit ihrem Kind

Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind vor ihrem zerstörten Haus in Myanmar. Wirbelsturm „Mocha" verursachte dort Mitte Mai 2023 schwere Schäden. Häuser wurden beschädigt, Wasserleitungen zerstört und Bäume entwurzelt. 

© UNICEF/UN0845105/Naing Linn Soe

Warum wird die Erde wärmer? (Treibhauseffekt einfach erklärt)

Hast du schon mal vom Treibhauseffekt gehört? Sonnenstrahlen gelangen dabei durch die Atmosphäre auf die Erde – und erwärmen diese.

Von der Erde prallen die Sonnenstrahlen ab und wollen zurück Richtung Universum, sie werden dabei aber von der Atmosphäre – genauer gesagt von den Treibgasen wie Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid – aufgehalten und stattdessen zurück auf die Erde gesendet. Das ist ein natürlicher Vorgang, der verhindert, dass es auf der Erde eiskalt wird. Ohne den Treibhauseffekt wäre unser Planet statt durchschnittlichen 15 Grad Celsius nur minus 18 Grad Celsius "warm" – es würde Eiszeit herrschen. Wie bei dem Film Ice Age. Der Treibhauseffekt hält die Erde warm.

Dass es den Treibhauseffekt gibt, ist also gut. In dem Fall sprechen wir vom „natürlichen Treibhausgaseffekt“. Was zum Problem geworden ist: Der Treibhauseffekt wird durch den Menschen verstärkt. Noch nie gab es so viele Fabriken, Autos oder Flugzeuge – all das ist sehr klimaschädlich. Alle Gase, die durch Produktion und Nutzung entstehen, gelangen in die Atmosphäre und stören den natürlichen Treibhauseffekt. Die Atmosphäre, der Schutzfilm um die Erde, tut das, was sie soll: Wärme speichern und nicht ins Universum durchlassen. Durch die viel stärkere Belastung durch uns Menschen ist die Erde also sehr viel wärmer, als sie sein dürfte.

Info
Treibhauseffekt einfach erklärt

Stell dir vor, du stehst in einem Gewächshaus. Dort ist es immer sehr warm, richtig? Das muss so sein, damit Pflanzen, Obst und Gemüse wachsen und gedeihen können. Sie brauchen dafür das passende Klima, das durch das Gewächshaus gegeben ist. Sonnenstrahlen gelangen durch die Scheiben in das Haus, die Scheiben verhindern, dass sie austreten können, und so wird die Wärme gespeichert.

Nochmal zurück zum passenden Klima für Obst & Gemüse: Die Atmosphäre ist das Gewächshaus. Sie besteht aus verschiedenen Gasen, die die Wärme rein-, aber nicht vollständig rauslassen. Sie speichert die Wärme auf der Erde – die global nicht so warm sein darf, wie sie es beispielsweise in einem Gewächshaus ist. 

Was bedeutet der Klimawandel für Tiere und Menschen?

Dass die Erde viel zu schnell viel zu warm wird, hat schlimme Folgen. Es kommt immer wieder zu Naturkatastrophen, zum Beispiel zu schweren Überschwemmungen oder langanhaltenden Hitze-Perioden. Im Osten Afrikas hat es zum Beispiel mal mehrere Jahrzehnte nicht richtig geregnet. Obst und Gemüse konnten nicht wachsen, Bauern verloren ihr Land und konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Es gab für viele Kinder zu wenig zu essen und auch Tiere starben, weil es kaum Nahrung oder Wasser gab.

Plötzlich änderte sich dann alles: Es regnete so stark, dass es zu schlimmen Überschwemmungen kam. Häuser wurden weggespült, und auch Schulen sind entweder zerstört oder geschlossen worden. Kinder konnten nicht am Unterricht teilnehmen. Und ja, auch wenn frühes Aufstehen und Schule manchmal doof sind, ist regelmäßiger Unterricht sehr wichtig. Schließlich haben Kinder Traumberufe, mit denen sie sich ein gutes Leben ermöglichen wollen. Es ist sehr wichtig, dass Kinder zur Schule gehen können.

Und nicht nur in Teilen Afrikas, sondern in vielen Ländern auf der Welt verursacht die Klimakrise schwere Wetter- und Naturereignisse. Wie Erdbeben in Afghanistan oder Überschwemmungen in Bangladesch. Auch in Deutschland spüren wir bereits die Folgen des Klimawandels. Erinnerst du dich an die Flut im nordrhein-westfälischen Ahrtal? Oder an die Waldbrände in Brandenburg? Expert*innen zufolge war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1850).

Klimawandel für Kinder erklärt: Kinder Bangladesch Überschwemmung

In Bangladesch kommt es immer wieder zu schweren Überschwemmungen. Auch wenn die Lage teils dramatisch ist, lassen es sich die vier Freunde nicht nehmen, das Beste aus der Situation zu machen und im Wasser zu spielen. 

© UNICEF/UNI640336/Sujan

Warum ist Klimaschutz wichtig?

337 Millionen Kinder sind von Überschwemmungen betroffen. 1,8 Milliarden Kinder sind extremer Dürre ausgesetzt. Und 662 Millionen Kinder sind wegen schwerer Stürme in Gefahr. Auch die Versorgung der Tiere leidet wegen der vielen schweren Folgen des Klimawandels. Auf Sizilien zum Beispiel herrschte 2024 eine lange Dürreperiode. Einige Landwirt*innen hatten nicht genug Wasser, um ihre Tiere zu versorgen. Auch Ernten fielen aus.

Es ist sehr wichtig, dass wir das Klima schützen! Wir müssen jetzt alles daran setzen, um die verheerenden Folgen einzudämmen. Einige Länder haben eigene Klimaprogramme, um das Klima zu schützen. Im weiteren Verlauf wirst du vom "Pariser Abkommen" und dem Klimaschutzgesetz lesen. Auch andere Länder verfolgen ähnliche Programme. Alle mit demselben Ziel: das Klima zu schützen, um die natürliche Lebensgrundlage aller Lebewesen, Flora und Fauna zu erhalten.

Sind Kinder vom Klimawandel betroffen?

Du ahnst es wahrscheinlich schon: Kinder sind neben Schwangeren, chronisch kranken und älteren Personen besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Dabei ist es besonders wichtig zu unterscheiden, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Ihr Körper und ihr Geist sind in besonderem Maße anfällig gegenüber Umweltverschmutzung, gefährlichen Krankheiten und extremen Wetterereignissen. Kinder atmen doppelt so schnell wie Erwachsene, ihr Körper erhitzt sich schneller, sie schwitzen weniger effizient und kühlen langsamer ab. Das bedeutet: Sie inhalieren mehr Schadstoffe und sind bei steigenden Temperaturen größeren Risiken ausgesetzt. Unsere aktuelle Analyse zeigt: Wenn Gesundheitssysteme, Bildung und Infrastruktur gezielt mit Blick auf Kinder gestärkt werden, können wir sie vor den Klimabedrohungen von heute schützen und ihre Zukunft sichern.

Können wir den Klimawandel noch stoppen?

Keine Sorge: Wir Menschen können einiges tun, um das Klima zu schützen – vieles wird bereits getan, vieles muss noch getan werden. Natürlich liegt die Verantwortung vor allem bei uns Erwachsenen. Ihr Kinder könnt am wenigsten für die Klimakrise. Und doch seid ihr es, die von den Folgen am stärksten betroffen sind.

Politiker*innen aus 195 Ländern haben einen Vertrag (das Pariser Klimaabkommen) abgeschlossen und vereinbart, dass die Erderwärmung möglichst niedrig bleiben soll – das ist das gemeinsame Ziel all dieser Länder. Wie die Bundesregierung Deutschland: Seit Juli 2024 gibt es bei uns in Deutschland das Klimaschutzgesetz. Das hält fest, dass Deutschland bis 2030 die Treibhausgasemissionen (also die Ausschüttung durch Treibgase wie Wasserdampf oder Methan) um 65 Prozent reduzieren will. Bis 2040 sollen es sogar 88 Prozent sein. Und bis 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral sein. Das bedeutet, dass wir Menschen genauso viele klimaschädliche Gase vermeiden oder ausgleichen, wie sie von uns produziert wurden.

Um diese Ziele zu erreichen, soll beispielsweise die Stromversorgung klimafreundlicher werden – wie durch den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen. Das sind Anlagen, die das Sonnenlicht in Strom umwandeln. Bestimmt hast du sie schon mal gesehen: Das sind die schwarzen Platten auf vielen Häusern oder Feldern. Auch das Deutschland-Ticket soll dazu beitragen, dass mehr Menschen Bus und Bahn statt mit dem Auto fahren. So werden Abgase verringert und die Treibhausgasemission (die verstärkte Ausschüttung von Treibhausgasen) vermindert.

Klimawandel für Kinder erklärt: Schule Plastikziegel Elfenbeinküste

Siehst du die Ziegelsteine im Hintergrund? Sie wurden aus recyceltem Plastik in der Elfenbeinküste hergestellt. Wir von UNICEF bauen dort Klassenzimmer aus Plastikziegelsteinen, um dem großen Müllproblem vor Ort entgegenzuwirken und den Kindern mehr Raum zum Lernen zu ermöglichen. Mit Erfolg: Die Kinder freuen sich über die neue Schule.

© UNICEF/UNI667100/Dejongh

Muss ich Angst vor dem Klimawandel haben?

Du hast in diesem Beitrag viel über den Klimawandel und seine Folgen erfahren. Dass diese bereits auf der ganzen Welt spürbar sind, kann beunruhigend sein und Angst machen. Wichtig ist aber auch, dass wir noch viel tun können, um unser Klima zu schützen.

Wenn du Ängste und Sorgen hast, sprich mit Menschen, denen du vertraust. Deine Gedanken zu teilen, hilft – und vielleicht findet ihr gemeinsam Ideen, wie ihr selbst aktiv werden könnt. Sechs Tipps dafür haben wir hier für dich zusammengefasst.

So machst du dich für das Klima stark

  • Die Umwelt schützen: Wirf keinen Müll auf den Boden und töte keine Insekten. Sie sind sehr wichtig für Tiere und Pflanzen. Tipp: Insekten in der Wohnung können vorsichtig mit einem Glas und einer Postkarte nach draußen gebracht werden.
  • Mehrwegtaschen verwenden: Nimm einen Stoffbeutel von zuhause mit, wenn du einkaufen gehst.
  • Wasser sparen: Beim Einseifen unter der Dusche oder während des Zähneputzens nicht das Wasser laufen lassen.
  • Stopptaste auf dem Klo: Lass das Wasser in der Toilette nicht unnötig lange laufen und drücke rechtzeitig „Stopp“.
  • Blumen pflanzen: Im Garten oder auf Grünflächen (die die Möglichkeit bieten) bienen-freundliche Pflanzen säen.
  • Papier clever nutzen: Muss jede Notiz wirklich auf ein neues Blatt geschrieben werden, oder kannst du Papier auch mehrmals verwenden? Drucke nur, wenn unbedingt nötig.

Und zu guter Letzt: Sprich mit deinen Eltern, Freund*innen, deiner Familie oder deinen Lehrer*innen über deine Gedanken zum Klimawandel. Ihr könnt auch gemeinsam Ideen zum Schutz des Klimas erforschen. Vielleicht bist du auch besorgt, damit solltest du nicht allein sein. Sprich die Erwachsenen in deinem Umfeld an oder tausche dich mit deinen Freund*innen aus.

Klimawandel für Kinder erklärt: Kinder machen sich in Berlin für das Klima stark

Zum Weltkindertag machten sich Kinder und Jugendliche vor dem Berliner Reichstag für ihre Rechte stark. Dabei ging es neben gleichen Chancen für jedes Kind auch um die Stärkung des Klimaschutzes. 

© UNICEF/UN0709666/Zimmermann

Klimawandel: Fakten für Kinder erklärt

Fakt 1: Das 1,5-Grad-Ziel ist in Gefahr. Vielleicht hast du schon davon gehört. Ziel ist es, die globale Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius nicht zu überschreiten. Das wurde 2015 während eines Klimaabkommens in Paris festgelegt. Dazu trafen sich Abgeordnete aus 195 Staaten, die sich verpflichteten, den Klimawandel einzudämmen.

Fakt 2: Zu viele pupsende Kühe fördern die Klimakrise. Die natürlichen Treibhausgase sind Wasserdampf, Methan, Ozon, Kohlendioxid und Distickstoffoxid. Wenn Wiederkäuer, wie Kühe, pupsen, wird Methan freigesetzt. Da in vielen Ländern viele Kühe gehalten werden, wird jede Menge Methan ausgestoßen. Laut dem Statistischen Bundesamt gab es bis zum 3. November 2024 10,5 Millionen Rinder in Deutschland. Das sind ganz schön viele Pupse.

Fakt 3: Pinguine sind in Gefahr: Am Südpol schmelzen die Gletscher viel zu schnell. Zur Erinnerung: Am Südpol leben Pinguine, am Nordpol Eisbären. Auch die sind wegen des Klimawandels in Gefahr. In Grönland hat es 2021 das erste Mal überhaupt geregnet statt geschneit – Eis schmilzt. Ein deutliches und verheerendes Zeichen, dass es viel zu warm ist.

Und der wichtigste Fakt zum Schluss: Es ist noch nicht zu spät! Menschen auf der ganzen Welt arbeiten daran, das 1,5-Grad-Ziel so gut wie möglich zu halten und damit sowohl die Erde als auch ihre Bewohner*innen und Natur zu schützen.

Toll, dass du dich für dieses wichtige Thema interessierst. In unserer UNICEF Youth-Community findest du Gleichgesinnte, die sich für eine bessere Welt stark machen.

Autor*in Sandra Redegeld

Sandra Redegeld ist Print- und Online-Redakteurin und bloggt über die UNICEF-Arbeit weltweit.